Verband getrennterziehender Eltern
 

gleiche Rechte - gleiche Pflichten

gesellschaftlicher Status quo  

Laut einer in 2017 im Auftrag des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) durchgeführten Allensbach Umfrage wünscht sich rund die Hälfte der Trennungseltern relativ unabhängig vom Geschlecht (ca. 60% Väter, 40% Mütter) eine gleiche oder annähernd gleiche Betreuung ihre Kinder; fünfzehn Prozent der befragten Eltern gaben an, bereits eine gemeinsame Elternschaft nach Trennung zu leben.

Die gemeinsame Elternschaft ist auf freiwilliger Basis möglich und relativ weit verbreitet, rechtlich aber de facto nicht durchsetzbar; dies vollkommen unabhängig von der Frage des Kindeswohls. 

Mit der Materie vertraute Juristen gehen von „einem sehr geringen Anteil“ von Vätern aus, die in Sorgerechtsauseinandersetzungen einen hälftigen oder sogar überwiegenden Anteil der Betreuung ihrer Kinder erreichen können. Die Gesamtzahl der sog. alleinerziehenden Väter schwankt seit Jahren je nach Quelle stabil um die zehn bis fünfzehn Prozent aller im statistischen Sinne alleinerziehenden Eltern; der Anteil derjenigen, die dies gerichtlich erwirken können, dürfte weit darunter liegen.   

Die mangelnde gerichtliche Unterstützung für gemeinsame Elternschaft bedeutet für beide Elternteile, dass eine gemeinsame Betreuung immer vom guten Willen des anderen abhängt. Bei einer gerichtlichen Auseinandersetzung können Frauen davon ausgehen, dass sie den überwiegenden Teil der Betreuungsleistung schultern müssen oder dürfen; Männer, dass sie auf jeden Fall den finanziellen Kindesunterhalt alleine schultern müssen oder dürfen zzgl. ein wenig Betreuung in der Freizeit.  

Für beide Elternteile ist somit eine gemeinsame Betreuung nach der Trennung riskant. Keiner kann sich darauf verlassen, dafür Unterstützung zu bekommen. Ein Vater kann davon ausgehen, dass er im Zweifelsfall allein zahlen muss; eine Mutter, dass sie im Zweifelsfall allein betreuen muss.  

Dies schafft für beide Elternteile Anreize, sich auf eine Tätigkeit: Erwerbsarbeit oder Sorgearbeit zu konzentrieren. 

 
 
 
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